Wellnesstrainer
Freizeit und Urlaub werden heute völlig neu und anders gestaltet und erlebt als noch vor wenigen Jahren. Zahlreiche Veränderungen im Arbeitsleben sowie ein Wertewandel haben dazu beigetragen. Für die Tourismusbranche bedeutet dies neue Herausforderungen die es zu bewältigen gilt, aber auch innovative Möglichkeiten, die genutzt werden können. Wenn Gastgeber immer häufiger mit sehr differenzierten Urlaubsansprüchen, wie z. B. Stressbewältigung, sanfte und ganzheitliche Gesundheitspflege in landschaftlich reizvoller Umgebung, konfrontiert werden, so muss gezielt auf derlei Bedürfnisse eingegangen werden.
Aktive genuss- und gesundheitsorientierte Ferienangebote werden mehr und mehr zu dem Wettbewerbsfaktor, der in Zukunft Erfolg und Misserfolg ganzer Ferienregionen mitbestimmen wird. Qualifizierte Kräfte auf dem Gebiet der Wellnessanwendungen, Gesundheitstraining und Gesundheitsmanagement, sind derzeit noch Mangelware. Immer lauter wird in Hotels, Feriendörfern, Freizeitclubs oder Reisebüros der Ruf nach solchen Fachkräften, welche dem Gast zu seinem ureigensten Wohlsein zu verhelfen vermögen.
Entsprechend der Zielformulierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Gesundheit als „körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden“ definiert, soll diese Ausbildung einen Beitrag dazu leisten, Gesundheitsbewusstsein auf allen Ebenen zu fördern.
Die Aufgabe der Wellness-Fachkraft soll darin liegen, dem Gast auf erlebnis- und genussorientierte Art und Weise Gesundheitsbewusstsein erfahrbar zu machen.
Dies erfordert neben der nötigen
- Fachkompetenz (erlernte Fertigkeiten, Techniken und Fachwissen) vor allen Dingen
- Sozialkompetenz (Einfühlungsvermögen, Zuhören, Offenheit, Achtsamkeit, Empathie, Kommunikationsfähigkeit),
- Selbstkompetenz (Persönliche Reife, Charisma, innere Stabilität, Selbständigkeit, Selbstsicherheit, Verantwortung, Flexibilität, Humor)
- sowie Methodenkompetenz (die Fähigkeit auf Problemstellungen mit unterschiedlichen Methoden flexibel und dem Menschen individuell angepasst zu reagieren)
des/der Trainer/in.
Durch attraktive Angebote soll der Gast die Möglichkeit bekommen Stress abzubauen, Körperbewusstsein zu entwickeln, achtsame Wahrnehmung für sich und seine Umgebung zu fördern und mehr und mehr zu sich selbst zu kommen. Das Ziel soll nicht nur darin liegen ein intensives Erholungserlebnis zu vermitteln, sondern auch einen Lernprozess einzuleiten, der in den Alltag hineinreichen soll und ganz im Sinne von ganzheitlicher Gesundheit, mehr Lebensqualität in allen Lebensbereichen bringen soll.
Berufsbild
Das Berufsbild WellnessstrainerIn wird in drei sich überschneidende und ergänzende Fachbereiche unterteilt:
-
Gesundheitstraining
Die Teilnehmer sollen durch das erhaltene qualifizierte Gesundheitstraining dem Gast das Thema Gesundheit auf erlebnis- und erfahrungsorientierte Weise näher bringen und fachlich beraten.
-
Gesundheitsmotivation
Durch die erlernten Methoden den Gast motivieren, begeistern und durch seine Persönlichkeit eine Atmosphäre schaffen in der das Thema Gesundheit als lebendig und kreativ empfunden wird.
-
Gesundheitsmanagement
Mit Hilfe der erlernten modernen Managementmethoden sollen Gesundheitsprojekte (Gesundheitswochen, Kräutertage, Entspannungspakete, …) selbständig konzipiert organisiert und durchgeführt werden.
Die Tätigkeit versteht sich nicht als therapeutische und heilerische Maßnahme, sondern bewegt sich ausschließlich im vorbeugenden und gesundheitserhaltenden Bereich. Die Ausbildung schließt mit einem von der Landesregierung anerkanntem Diplom ab, die den Abgänger befähigt, im Tourismus seine Tätigkeit auszuüben.
Zielgruppe
Die Ausbildung zum/zur WellnesstrainerIn/VitalmasseurIn richtet sich an Menschen, die
- im Bereich Gesundheits- und Wellnesstourismus professionell tätig sein wollen,
- bereits eine Ausbildung im Gesundheitsbereich absolviert haben (z.B. Pflegepersonen, Physiotherapeuten, medizinisches Personal etc.),
- bereits in verwandten Bereichen der Gesundheitsvorsorge und -förderung arbeiten und sich weiterbilden oder spezialisieren wollen,
- sich beruflich neuorientieren oder umschulen lassen wollen,
- Freude an körperlicher Betätigung und an der Arbeit mit Menschen haben.
Ausbildungsvorraussetzung
Zu den Bewerbern gehören Personen, die
- das 18. Lebensjahr erreicht haben,
- eine berufliche Qualifikation im Bereich der Körperpflege (Schönheitsflegerin/Kosmetikerin), der Gesundheits- und Sozialberufe sowie der Sportwissenschaften und Sportpädagogik oder
- Reifezeugnis oder Berufsqualifizierung die oben nicht genannt ist und der Besuch von Kursen im einschlägigen Bereich im Ausmaß von mindestens 100 Stunden
- die zur Erfüllung der Berufspflichten notwendige körperliche und geistige Eignung besitzen, dazu zählen unter anderem:
- Kontaktfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen und Beobachtungsgabe,
- durchschnittliche Körperkraft und –gewandtheit,
- Ausdauer, körperliche Belastbarkeit und Einsatzbereitschaft,
- manuelle und feinmotorische Geschicklichkeit
- Merkfähigkeit
- Aufgeschlossenheit im Umgang mit Menschen,
- die zur Erfüllung der Berufspflichten erforderliche Vertrauenswürdigkeit
- die für die Berufsausbildung erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse haben.
Ausbildungsziele
Die Ausbildung zum/zur WellnesstrainerIn/VitalmasseurIn beabsichtigt:
- die Befähigung zur Übernahme und Durchführung sämtlicher Tätigkeiten, die in das Berufsbild des Wellnesstrainer/Vitalmasseur fallen
- die Vermittlung von grundlegenden und speziellen Kenntnissen entsprechend den Tätigkeitsbereichen des Wellnesstrainer/Vitalmasseur
- die Vermittlung von Kenntnissen und der Anwendung von Methoden zur Erhaltung des eigenen physischen, psychischen und sozialen Gesundheitspotentials und
- die Vermittlung von Kenntnissen der Kommunikation und Kooperation in persönlichen, fachspezifischen und anderen gesellschaftlich relevanten Bereichen zur Sicherung der Qualität der Berufsausübung.
Methodisch-Didaktischer Ansatzpunkt
Die methodisch-pädagogischen Richtlinien der Ausbildung lehnen sich an die neueren ganzheitlichen und teilnehmeraktivierenden Lehr- und Lernmethoden an:
Teamarbeit, visualisierte Moderation und Präsentation (Meta Plan, Mind Mapping), Brainstorming, Arbeit mit visuellen Medien, Simulationsszenarien, Videotraining und Videosupervision, Rollenspiele und Kleingruppenarbeit.
Die Vermittlung der Inhalte soll erstens durch fachliche Unterweisung der Referenten erfolgen, wobei vorwiegend mit visualisierter Moderation und Präsentation, und visuellen Medien gearbeitet wird, und zweitens durch selbständiges Erarbeiten und Umsetzen des Erlernten an von der Gruppe selbst gewählten und konzipierten Projekten. Durch dieses „learning by doing“ soll Selbständigkeit, Kreativität, Flexibilität, Selbstmotivation und Realitätsbezug gefördert werden. Das Arbeiten in Kleingruppen soll vom Referenten bzw. pädagogischen Begleiter betreut werden.
Inhalte der Ausbildung müssen von den jeweiligen Kleingruppen protokolliert werden und der Großgruppe, unter Anwendung der erlernten Präsentationstechniken, vorgestellt werden. Dies soll die Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Arbeit mit Gruppen fördern und durch das Wiederholen Inhalte vertiefen.
Durch Rollenspiele und Gruppenübungen soll eine entspannte und freudige Lernatmosphäre gefördert werden.
Die Ausbildung unterteilt sich in folgende Bereiche:
-
Persönlichkeitsentwicklung und Gruppenselbsterfahrung
Effizientes Lernen und verantwortungsvoller Umgang mit Menschen ist ohne entsprechende persönliche Entwicklung nicht möglich. Durch Gruppenselbsterfahrung soll der/die TeilnehmerIn sich seiner eigenen psycho-sozialen Mechanismen bewusst werden und lernen eigenverantwortlich und klärend damit umzugehen. Dadurch soll ein emotionaler Konsens der Gruppe, der ausschlaggebend für effiziente Lernentwicklung ist, etabliert werden.
-
Gesundheitstraining und Wellnessanwendungen
Im Gesundheitstraining soll der/die TeilnehmerIn Gesundheitsbewusstsein entwickeln, Fachwissen erwerben und dies praktisch umsetzten.
-
Gesundheitsmotivation
Durch Kommunikation- Motivation und Kreativitätstraining soll der/die TeilnehmerIn die Fähigkeit erlangen, Menschen zu führen und zu motivieren.
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Gesundheitsmanagement
Das Erlernen des modernen Projekt - Managements soll den/die TeilnehmerIn befähigen, Gesundheitsprojekte zu planen, organisieren und durchzuführen. Außerdem soll es ihm auf seinem zukünftigen Arbeitsmarkt Vorsprung und Erleichterung schaffen.
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Lehrprojekte und Praktikum
Die/der TeilnehmerIn erarbeiten mit Hilfe der Referenten kleinere Lehrprojekte und führen diese in touristischen Einrichtungen durch.
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Projektpräsentation und Praktikumsreflexion
Die Präsentation und Reflexion der ausgeführten Lehrprojekte und des absolvierten Praktikums soll Wissen festigen, Erfahrenes bekräftigen, filtern und integrieren und Klarheit über die Zukunftsperspektiven schaffen
-
Prüfung
Die Teilnehmer müssen zu den einzelnen Themenbereichen Prüfungen ablegen. Die kommissionelle Abschlussprüfung wird an der Landesberufsschule Luis Zuegg, Meran abgelegt.
Ausbildungsstruktur
Die Ausbildung umfasst 1.128 Unterrichtsstunden und wird in zwei aufeinander aufbauenden Module (Modul A und B) mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten unterteilt. Praxis sowie Theorie ergänzen sich gegenseitig. Daran anschließend folgt ein Praktikum in Wellnesseinrichtungen.
Modul A besteht aus einer theoretischen und praktischen Ausbildung im Bereich Massage und Wellnessanwendungen in der Dauer von 420 Stunden.
Modul B besteht aus einer theoretischen und praktischen Ausbildung im Bereich Bewegung, Ernährung, Entspannung, Kommunikation in der Dauer von 468 Stunden.
Die praktische Ausbildung ist ein Pflichtpraktikum im Umfang von 240 Stunden. Im Rahmen der praktischen Ausbildung führen Sie als Wellnesstrainer/Vitalmasseur in Ausbildung die zu erlernenden Tätigkeiten in einer Wellnesseinrichtung unter Aufsicht von Fachkräften am Gast durch.
Ausbildungsmodalitäten
- Dauer
- mindestens 20 Monate, davon sind
18 Wochenende (Fr.-So.)
16 Wochenende (Fr.-Sa.)
2 x 6-Tagesblock (Mo.-Sa.)
26 Abende
vorgesehen.
Der Wochenendunterricht findet zweimal im Monat, in vierzehntägigem Abstand, statt. Weiters sind 2 Abende im Monat vorgesehen. - Unterrichtszeiten
- an den Wochenenden
Freitags 14.00 bis 21.00 Uhr / Samstag und Sonntags 9.00 bis 16.30 Uhr.
6-Tage-Blockunterricht
Montag bis Samstag: 9.00 bis 16.30 Uhr.
Abende
Freitags 19.00 bis 22.00 Uhr - Ausbildungsbeginn
- Oktober 2007
- Ausbildungsort
- Bildungshaus Kloster Neustift in Vahrn bei Brixen
Ausbildungskosten
| Kosten für Modul A (Vitalmasseur) | € 3.000,00 |
|---|---|
| Kosten Modul B | € 3.200,00 |
| Gesamtkosten der Ausbildung (Modul A + B) | € 6.200,00 |
Die Ausbildungsplätze für nur ein Modul sind beschränkt.
Diese Ausbildungskosten sind in Raten zahlbar. Die 1. Rate ist bei der Anmeldung zu bezahlen. 2. Rate bei Beginn der Ausbildung. Alle weiteren Raten sind auf dem jeweiligen Anmeldeformular aufgelistet.