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"Wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann,
ist seelisch bereits tot." Albert Einstein

Die Entzauberung des Körpers



Andreas Stötter, Leiter der Yoni Academy

Andreas Stötter MSc, Leiter der Yoni Academy



Seit Jahrhunderten wird der menschliche Körper als die Quelle des Bösen bezeichnet und als Sitz der sündhaften Triebe verteufelt. Dies hat zu Körperfeindlichkeit, Verleugnung und damit zur Ent-seelung des Körpers geführt. Die Auswirkungen sind bis heute in uns wirksam.

Mit Newtons Erscheinen seiner „Mathematischen Prinzipien“ im Jahre 1687, in dem die Welt bzw. der Körper zu einem Klumpen von Materie ohne Seele, Geist und höherer Ordnung erklärt wurde, ist die Beziehung zu unserem Körper wie die zu einer Maschine geworden, die nach mechanischen Gesetzen abläuft und zählbar, messbar, berechenbar und vorhersehbar ist. Der Körper wurde zu einem abgespaltenen „seelenloses Ding“, die fühlende Beziehung zu ihm gekündigt und die Entzauberung der Welt war somit vollzogen. Der Körper berührt uns nicht mehr, wir haben uns in den „kühlen Kopf“ zurückgezogen, in die sterile Welt der Rationalität. Wir haben uns zu „Unberührbaren“ gemacht. Das Resultat ist Trennung, Konflikt, Krankheit, Krieg.

Der Mensch und die Welt leiden an Abtrennung durch Unberührbarkeit.

„Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein in Raum und Zeit begrenzter Teil. Er erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als abgetrennt von allem anderen – eine Art optische Täuschung des Bewusstseins. Diese Täuschung ist für uns eine Art Gefängnis, das uns auf unsere eigenen Vorlieben und auf die Zuneigung zu wenigen uns Nahestehenden beschränkt. Unser Ziel muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Horizont unseres Mitgefühls erweitern, bis er alle Wesen und die gesamte Natur in all ihrer Schönheit umfasst.“

Zitat von Albert Einstein (aus Sogyal Rinpoche, S. 126)

Durch diese Trennung haben viele Menschen zu ihrem Körper die gleiche Einstellung wie zu ihrem Auto: Er soll funktionieren und nicht stören. Dementsprechend wird der Therapeut als eine Art Mechaniker betrachtet, der reparieren soll was kaputt ist. Der eigene Körper bzw. die eigene Gesundheit wird an den Spezialisten delegiert, die Verantwortung und die Kompetenz werden einem anderen übertragen.

Krankheit ist zum Feind erklärt worden, den es zu bekämpfen, zu besiegen, zu unterdrücken und auszumerzen gilt. In diesem „Kampf dagegen“ sind wir geschult und trainiert worden. Was dabei verlorengegangen ist, ist der Bezug zur Gesundheit. Vor lauter „Kampf dagegen“ haben wir vergessen „Sorge für“ zu tragen.